Hof FYLGJA
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Ausbildung des (Therapie-) Pferdes


Weidesaison 2005Weidesaison 2006Shetties toben sich aus

Wir halten inzwischen seit über achtundzwanzig Jahren Pferde in Eigenregie und haben auch ein paar Jahrgänge Fohlen großgezogen.
Grundlage einer guten Aufzucht und Ausbildung ist eine artgerechte Haltung. Wir verstehen darunter genügend Bewegungsmöglichkeiten in einer altersgemischten Herde (bei uns Stuten und Wallache getrennt), angemessenes Futter in kleineren Portionen über den Tag verteilt, im Sommer Weidemöglichkeit, selbstverständlich genügend Liegeflächen und Unterstände (auch der/die Rangniedrigste muß sich unterstellen oder hinlegen können, wenn es sein/ihr Bedürfnis ist) und schliesslich einer abwechslungs- reichen Arbeit, die altersgemäß ist und dem Ausbildungsstand entspricht. Bei uns arbeitet jedes Pferd maximal zwei Stunden pro Tag.


Grundlage unserer Pferdeausbildung ist die Bodenarbeit. Ihr messen wir einen hohen Stellenwert - gerade im Bezug auf das HPA - bei. Angefangen vom Freien Training im RoundPen, wo das junge oder neue Pferd lernt auf unsere Körpersprache und Stimme zuverlässig zu reagieren. Dazu kommt das Dominanztraining am Strick nach Pat Parelli. Schliesslich die gymnastizierende Bodenarbeit nach Linda Tellington-Jones.




Garret in der BodenarbeitAtorka im DominanztrainingMagnus im Flattervorhang

In welchem Alter fangen wir mit einem jungen Pferd an ? Das werden wir oft gefragt... dann wenn es sich selbst zur 'Pferdeschule' anmeldet und damit ist zB. gemeint, wenn es uns unmißverständlich klarmacht, dass es jetzt etwas arbeiten möchte... *schmunzel* Wenn das passiert und das Jungpferd mindestens drei Jahre alt ist, beginnen wir mit dem 'ersten Schuljahr der Pferdeschule', den Anfängen der Bodenarbeit.
 Wenn das Pferd körperlich weitgehend ausgereift ist (mit vier bis sechs Jahren - je nach Pferd unterschiedlich !) und der Respekt dem Menschen gegenüber gefestigt ist und es sich zuverlässig im Gelände und auf dem Platz führen läßt, kommt das erste Reitergewicht auf den Rücken.



Thokka erstes Mal mit ReiterinSigyn auf der WippeSignalreiten    


Der erste Schritt des Einreitens ist bei uns wie beim Reitenlernen für die ReitschülerInnen das Signalreiten mit Zügeln im Halfter. Dabei lernt das Pferd auf Sitz, Gewichtsverlagerungen und Stimme von oben zu reagieren.

Wenn das Pferd im Schritt und Trab im Signalreiten zuverlässig vorwärts geht, kommt das dressurmäßige Reiten in Anlehnung dazu und parallel dazu die klassische Bodenarbeit (zB. Seitengänge an der Hand). Unsere Pferde werden schliesslich nach und nach in allen Seitengängen (Schulterherein, Travers, Renvers, Traversalen) im Schritt und im Trab erst an der Hand und dann von oben ausgebildet.




Magnus im TraversIva im Schulterherein


Unserer Meinung nach kann ein (Therapie-) Pferd garnicht gut genug ausgebildet sein, um halbwegs unbeschadet aus der Arbeit rauszugehen! Vor allem geht es um Geschmeidigkeit, gute Bemuskelung und Balance (körperlich) und um Spaß und Interesse an der Arbeit (psychisch).






Magnus am LangzügelMagnus mit SchleppeMagnus vor Kutsche


Aus diesem Grunde fahren wir auch nach und nach einige von unseren Pferden ein - zunächst immer einspännig und erst, wenn sie das sicher beherrschen, stellen wir einen neuen Zweispänner zusammen. Einfahren geht bei uns in den Schritten : Fahren vom Boden auf dem Platz und im Gelände, Ziehen einer Person (Gewöhnung an Gewicht ziehen und Stränge an den Hinterbeinen in den Kurven) auf dem Platz und im Gelände,  Ziehen einer Schleppe auf dem Platz und schliesslich auf der Strasse mit ziemlichem Lärm und Geklapper. Zum Schluß geht's dann vor die Kutsche. Jeder Schritt wird solange wiederholt, bis das Pferd keine Angst mehr zeigt und entspannt und willig mitarbeitet.





Shetties vor KutscheAnuschka wird aufgehalftertVanessa auf Maymis


Unsere Pferde zeigen uns, dass diese Form der Ausbildung solide ist und nachhaltige Wirkung zeigt. Und das sind wir unseren Pferden schuldig, denn schliesslich haben sie es sich nicht ausgesucht, bei uns in Gefangenschaft zu leben und völlig pferdeunna- türlich ein Reitergewicht zu tragen. Deshalb ist es unsere besondere Verantwortung und man braucht für die Ausbildung und Korrektur von Pferden ein gutes Auge für deren körperliche und geistige Verfassung und sollte über ein Repertoire an Reitweisen und Ausbildungsmöglichkeiten verfügen, das Pferd zu korrigieren oder weiter auszubilden.




Highlandponies miteinanderAnuschka und GlediNeisti und Krummi

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