Hof FYLGJA
Home |  Praxis |  Impressum

        Islandpferde, ideale Ponies       für anspruchsvolle Reiter- und FahrerInnen

  Loki    Lif von Birkenlund
Das Islandpferd ist durch seine rauhe Umgebung auf Island und seine jahrhunderte- lange Reinzucht ein zähes, trittsicheres und temperamentvolles Pony geworden. Islandpferde lebten in ihrer Heimat größtenteils halbwild in großen Herdenverbänden. Daher ist es ausdauernd und selbständig, ein Pony, auf das sich die isländischen ReiterInnen in jeder Situation verlassen konnten und mußten. Sei es im undurchdring- lichen Nebel nach Hause zu finden oder eine passende Furt zum Passieren eines reissenden Gletscherflusses zu suchen. Daraus resultierte eine Zucht von Pferden mit bestem Charakter und großer Zuverlässigkeit. Es gibt noch heute kaum ein Island- pferd, das tritt oder beißt.
Islandpferde haben ein Stockmaß von 1,25m bis 1,48m und können in allen Farben und mit allen Abzeichen vorkommen. Das Besondere bei etlichen Islandpferden sind ihre angeborenen Gangarten Tölt und Pass, die sie zusätzlich zu den drei Grundgangarten beherrschen.
In Deutschland gibt es seit ca. 50 Jahren Islandpferde - inzwischen nahezu ca. 50.000 Tiere. Durch die enormen Preise, die man jahrelang mit Islandpferden erzielte, wurde leider in den letzten fünfzehn Jahren vermehrt mit Ponies gezüchtet, die in Island wohl eher im Fleischtopf gelandet wären. Somit kann man hier und heute leider nicht mehr bedingungslos von 'robusten' Pferden sprechen. Viele Islandpferde haben Allergien (Sommerekzem, Heustauballergie, u.a.m.) und Autoimmunkrankheiten wie Periodische Augenentzündung. Dazu kommt oft die Überbeanspruchung der Ponies durch viel zu schwere ReiterInnen, was sich in Spat und anderen Verschleißerkrank- ungen äußert. Deshalb empfiehlt es sich, bei der Suche nach einem geeigneten Island- pferd sich nur bei ernsthaften ZüchterInnen umzuschauen, wo das Geld nicht im Vordergrund steht, sondern die Zucht eines ursprünglichen, gesunden und robusten Ponies. So ein Pony wird vielleicht ein wenig teurer in der Anschaffung sein, das hat man jedoch oft schon in ein, zwei Ekzemsommern mit einem vermeintlich 'billigeren' Pferd wieder aufgeholt an Kosten.



                  Unsere Erfahrungen mit Islandpferden...

Wir sind seit drei Jahrzehnten begeistert von dieser Rasse und haben seit 20 Jahren eigene Islandpferde. Angefangen hat es mit einer holländisch gezogenen Dreigänger- Islandstute 'Synna d' Synnshoeve', die Anne von einer deutschen Familie 'wegrettete', die sich nicht mehr trauten mit ihr umzugehen, geschweige denn sie zu reiten. Synna hat sie von Anfang an begeistert, besonders ihr Temperament, ihre Ausdauer und ihr Gehwillen. Dazu ihre sensible Art und ihr feiner Charakter. Sie ist im Alter von 32 Jahren Mitte November 2007 gestorben. Aufgrund eines Herzfehlers war sie die letzten acht Jahre mehr oder weniger 'Rentnerin' aufgrund ihrer geringen Belastbarkeit - sehr zu ihrem Leidwesen !!! Deshalb war sie die 'Fohlen-Tante' in der Herde und erzog sämtliche Jungpferde, Shetlandponies und Fohlen hier auf dem Hof - zusammen mit Branka.  Wir haben inzwischen eine Tochter und eine Enkelin von Synna gezogen. Die Tochter 'Sigyn vom Hexenberg' ist eine typvolle, wunderschöne Viergängerin mit eigenem Kopf (V: Örvar frá Uppsolum, VV: Hervar frá Saudarkroki). Die Enkeltochter 'Súla Atorka vom Poggenend'  wird wohl Fünfgängerin, ist immer noch aus Zeitmangel  wenig ausgebildet und sieht ihrer Oma sehr ähnlich (V: Leikur frá Leikjarbotnum, VV: Ofeigur frá Flugumyri). 

                                          
SynnaAtorka's Geburt
Synna, unser erstes
Islandpferd,                   'Súla-Atorka vom 
im Alter von 32 Jahren              Poggenend', gestorben...                   Enkelin von Synna,
                                   wird geboren...  
   Sigyn auf der Weide                     


Ihre Mutter ist 'Sigyn vom Hexenberg',                             
Tochter von Synna, heute 15 Jahre alt

Thokka + Atorka


                                   Thokka + Atorka vom Poggenend
                                          im Alter von 1,5 Jahren...
                                                                                        
'Loni-Branka', unsere älteste Islandstute ist inzwischen mit fast 36 Jahren Anfang April 2007 gestorben. Bis dato war sie jedoch sehr munter und hatte immer noch viel Spaß an ihrem 'Nebenjob', am Rentnerdasein mit Synna und am Leben überhaupt. Branka verkörperte für uns den 'Urtyp' des Islandpferdes. Sie war Viergänger, bis zum Schluß immer noch kerngesund bis auf eine leichte Arthrose - die ihr auch ihre Rente bescherte ! - und stammte ursprünglich aus Bayern. Wir haben sie damals 19-jährig vom Wiesenhof gekauft. Auch von ihr haben wir Nachzucht - zwei Hengstfohlen, von denen wir das erstgeborene (bei uns !) behalten und als Wallach großgezogen haben. Es ist 'Magnus vom Hexenberg', der männliche Herdenchef. Er ist inzwischen 15 Jahre alt, Fünfgänger und ein Traum von einem Pferd (V: Örvar frá Uppsolum, VV: Hervar frá Saudarkroki) mit enormen Bewegungen im Trab, die es selten bei Islandpferden so zu sehen gibt. In der Wallachherde lebt außerdem noch Krummi frá Kletti (20 J.) und bis vor ein paar Wochen auch noch sein Freund Neisti frá Soleyjarbakka  (19 J.). Neisti hat uns nun jedoch verlassen, um bei früheren ReitschülerInnen von uns ein etwas ruhigeres Leben zu führen. Er ist nicht mehr so belastbar mit seinen Knochen und wird deshalb in seinem neuen Zuhause hauptsächlich Spielgefährte eines anderen Isiwallachs werden und geht ab und an mal als Handpferd mit ins Gelände oder oder unternimmt alleine mit seinen neuen Menschen einen Spaziergang. Wir werden von seinem weiteren Werdegang in unregelmäßigen Abständen weiter berichten auf der Seite Aktionen
In der Stutenherde leben neben den schon erwähnten Stuten noch die Importstute Tvista frá Middal (19 J.), die Herdenchefin, Rennpasserin, inzwischen 'Frührentnerin' aufgrund von Spat, sowie ihre Tochter 'Thokka vom Poggenend' (V: Örvar frá Uppsolum, VV: Hervar frá Saudarkroki), die auch Fünfgängerin, allerdings mit viel Tölt und lockeren Gängen ist. Des weiteren noch die zwei Importstuten Íva frá Borgarholti (16 J.) und Tinna frá Innri-Skeljabrekku  (19 J.), beide Fünfgängerinnen.
Neu hinzugekommen ist im Frühjahr 2008 Birta frá Reidarfirdi (19 J.). Sie kann von ihrer Besitzerin nicht mehr geritten und gehalten werden aufgrund eines Sehnenschadens und wird uns seitdem für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt. Den Sehnenschaden kuriert sie zur Zeit erfolgreich bei uns aus und ist im HPA bei den Kindern inzwischen sehr beliebt und vom Hof schon nicht mehr wegzudenken.
Ende Mai 2005 mußten wir leider unsere seit sechs Jahren erblindete Importstute Gledi (eigentlich 'Ofeig frá Austurholi') (20 J.) einschläfern lassen. Sie wollte einfach nicht mehr weiterleben und wir mußten es akzeptieren... Letzte Bilder von Gledi, aufgenommen ein paar Tage vor ihrem Tod... Frühere Aktionen des Hofes

                    
BrankaMagnus
Branka, unsere Älteste    
mit fast 36 Jahren...               Magnus, ihr Sohn, 
Gestorben im April 2007                geboren 1992,                                             der männliche                                             Herdenchef...


Neisti und Krummi
TinnaNeisti und Krummi,                
auf dem Bild noch die dicksten
Freunde, inzwischen leider getrennt...
  
       
                                                
                                          Tinna, Liebling                                                                               vieler                                                                   ReitschülerInnen...
Gledi

Gledi im Herbst 2003             
Gestorben im Mai 2005
Tvista im Schnee
          


                                                                            Tvista,
           
Íva rennt...                                                         geboren 1989,
                                      Chefin der Herde

Íva rennt im Schnee...
geboren 1991

Birta

               
                    Birta, unser Neuzugang,

geboren 1989,
                                  seit Februar 2008 hier,
                               geliehen von U.Petersen 

Vor neun Jahren entschlossen wir uns, unsere Islandpferdezucht aufgrund der Ekzemanfälligkeit unserer Stuten zu beenden. Das Risiko, diese Bereitschaft weiterzuvererben, ist leider sehr hoch und wir möchten nicht mit kranken Pferde züchten ! Von unseren neun Islandpferden sind nämlich inzwischen sechs Ekzemer. Gledi hatte neben Ekzem ja leider auch noch period. Augenentzündung und Spat. Drei der Ekzemer haben zusätzlich eine chronische Bronchitis. Und das trotz optimaler Haltung, eiweissarmer Fütterung und Naturschutzwiesen-Heunaßfütterung seit Jahren.

Trotz all' dieser Probleme sind Islandpferde jedoch eine fantastische ursprüngliche Ponyrasse, die uns nach wie vor durch ihre Vielseitigkeit begeistert... wir reiten und fahren sie in Bahn und Gelände und setzen sie im HPA ein - mit vollem Erfolg !

         Anne auf Magnus                             


Unsere Islandpferde erhalten
alle eine dressurmäßige Grundausbildung...     
                                                
Osterfahrt mit Neisti und Tinna
                                Fünf sind bereits eingefahren,                            gehen ein- und zweispännig                                                  vor Kutsche und Schlitten,                                                weitere sollen noch folgen...  
Sigyn im Ofe-Kurs
             
Auch im HPA sind sie vielseitig einsetzbar...
 



                   Was wir an Islandpferden so schätzen...

Islandpferde haben bedingt durch eine harte jahrhundertelange Auslese ein sehr ausgeglichenes Wesen, sind 'cool' und trotzdem temperamentvoll und oftmals sehr selbstbewußt. Als Reitpferde sind sie fein und sensibel, haben immer genügend Gehwillen und spiegeln dem/der ReiterIn ihre Befindlichkeiten - was vor allem Eigenschaften sind, die im HPA/HPR von Vorteil sind. Dazu kommt ihre Größe, die eine Sicherung des/der ReiterIn immer bequem zulassen. Somit sind sie ideale Partner für uns in der Arbeit des Therapeutischen Reitens mit Menschen.  Auch als Reit- und Fahrpferde schätzen wir sie sehr. Ihre Sensibilität, ihr Temperament und ihre Ausdauer sind für fortgeschrittene ReiterInnen und ambitionierte FahrerInnen ein Genuß ! Die etwas andere Gangverteilung und die zusätzlichen Gänge der meisten Islandpferde erfordern sehr viel Gespür von der/dem ReiterIn/FahrerIn und bieten ganz neue Fahr- und Reiterfahrungen gegenüber Dreigängern - und machen sehr viel Spaß !!!. 
Für Reit- und FahranfängerInnen halten wir diese Pferderasse (ausgenommen reine Dreigänger) jedoch für nicht geeignet.


Wer mehr über das Fahren mit unseren Islandpferden lesen will...
                                    ...schaut mal auf unsere Seite Freizeitfahren nach Achenbach


Das Kopieren und Vervielfältigen von Texten dieser Homepage ist nur mit unserer Genehmigung erlaubt.